Review of The Rambler (2013) by Bitescreen — 21 Jun 2017
Frisch aus dem Knast entlassen, durchstreift ein namenloser Spiegelbrillen-Cowboy auf der Suche nach Arbeit den sandigen Süden. So weit, so bodenständig. Doch nichts ist, wie es scheint in Calvin Reeders The Rambler – und schon gar nichts normal.
Mit sichtlichem Spaß krempelt er für sein hochgradig durchgeglühtes Roadmovie jedes Hillbilly-Western-Klischee radikal um: Die vermeintlich kernige Hauptfigur ist tollpatschig und nahezu autistisch emotionslos, der prollige Casino-Zocker entpuppt sich als schwul.
Dem sonst eintönigen Wildwest-Alltag macht man mit wild herumballernden Omas, wahnsinnigen Erfindern und explodierenden Köpfen Beine. Dabei huldigt Reeder audiovisuell dem Wild at Heart-David Lynch und in puncto Skurrilität Quentin Dupieux (Rubber) – wobei die mit verzerrten Bildern, abrupten Schnitten und kreischenden Sounds oft anarchische Filmweise auch mal nervt.
Tiefe sucht man hier zudem vergebens – findet dafür aber eine Riesenportion immer überraschende Unterhaltung.
This review of The Rambler (2013) was written by Bitescreen on 21 Jun 2017.
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