Review of The Dinner (2017) by Bitescreen — 23 Oct 2017
Ähnlich wie in Roman Polanskis Theateradaption Der Gott des Gemetzels diskutieren auch in The Dinner überforderte Eltern beim Essen das gewalttätige Fehlverhalten ihrer Kinder aus – nur dass man hier keinen Stein geworfen, sondern eine Obdachlose angezündet hat.
So ist die Buchverfilmung passend zur finsteren Ausgangssituation auch keine bissige Komödie, sondern ein beinhartes Drama. Dabei geht Oren Movermans Sozialsatire voll an die Nieren: Das resultiert neben lockeren Tischthemen wie Mord, Lungenkrebs und Erb-Psychosen auch aus einer künstlerischen, bisweilen arg anstrengenden Inszenierung: Moverman hüllt sein Psychodrama in trübes Dämmerlicht, legt einen Tinitus-artigen Score darüber und erhellt in plötzlichen, teils schwer zu folgenden Flashbacks die traumatische Vergangenheit der Figuren.
Genau hier aber liegt die Faszination von The Dinner – denn was unten brodelt, treibt nur nach und nach an die Oberfläche und kulminiert in einem bitterbösen Finale. Die Schauspieler derweil sind fantastisch – vor allem Steve Coogan zeigt als schwer angeknackster Zyniker eine der besten Leistungen seiner Karriere.
This review of The Dinner (2017) was written by Bitescreen on 23 Oct 2017.
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