Review of Cassandra's Dream (2007) by Adrian Z — 13 Mar 2013
Nach "Scoop" und "Match Point" ist dies Woody Allens dritter Film in London. Woody verlässt dabei seine heimatlichen Gefilde nicht nur geographisch, sondern auch genremäßig. Cassandra's Dream" ist nämlich in keinster Weise eine Komödie. Viel eher könnte man den Film als tiefschwarze (fast britisch-schwarz) Gangsterkomödie bezeichnen, oder so ähnlich.
Auf jeden Fall ist der Film ganz sicher an der Peripherie von Allens Comfort-Zone angesiedelt.
Vertrautes findet man jedoch in der Rollenvergabe. Der King-of-casting-against-type" entschied sich tatsächlich dafür Colin Farrell als trinkenden Spieler und Tom Wilkinson als reichen Arzt zu besetzen. Wenn schon er seinen filmischen Heimathafen verlässt, so soll wenigstens seine Besetzung durch nichts Neues überfordert werden, scheint es.
Neben den beiden obengenannten spielt auch einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler Ewan McGregor eine (Haupt-) Rolle in Cassandra's Dream". Da er weitaus vielseitiger ist als Farrell und sich kaum in Schubladen stecken lässt, spielt er auch keine Paraderolle wie die beiden anderen, sondern tatsächlich einen interessanten Charakter. Ich versprach mir einiges von der Kombination von McGregor und Allen wurde jedoch enttäuscht.
Weder kam der volle Charme und Witz von McGregor zur Geltung, noch Allens Genie mit philosophischen Dialogen und neurotischen Charakteren.
Ein Grund dafür ist vielleicht, dass Allen nicht nur Location und Genre, sondern auch Milieu wechselt und zur Abwechslung Mittelschichtler mit tatsächlichen Problemen zeigt. Wer an die Scheinprobleme der New Yorker Upper Class gewohnt ist, und hofft mehr davon zu sehen, ist also hier falsch.
Natürlich birgt solch ein Vorgehen auch neue Möglichkeiten für den Autor Woody Allen. Geld spielt eine Rolle, und Existenzangst, etwas dass in diesem Zusammenhang in einem Allen Film bisher noch nicht zu sehen war.
Leider Gottes, muss man auch anmerken, dass Woody zwar Neuland betritt, aber diese Art von Film schon unzählige Male von anderen Regisseuren gemacht wurde - teils sehr viel besser.
Cassandra's Dream" ist sicher einer der schwächsten Allen Filme die ich gesehen habe (zusammen mit Alice" und Everyone Says I Love You") und ist weder packend noch wirklich lustig und verleitet dazu einfach abzuschalten und das Interesse zu verlieren.
Zwar wird man keinen Schaden davontragen wenn man sich den Film doch ansieht, oder sein Geld für die DVD zurückverlangen, doch wirklich verpassen tut man auch nichts sollte man den Film nicht gesehen haben.
This review of Cassandra's Dream (2007) was written by Adrian Z on 13 Mar 2013.
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