Review of The Tailor of Panama (2001) by Rainer K — 20 May 2013
Erst kürzlich habe ich die alte Formel nur ein schlechtes Buch macht einen guten Film" gelesen. John le Carré schreibt spannende Bücher, Spionagethriller voller britischer Lebemänner und Agenten, und als ehemaliger MI6 Mitarbeiter, sind seine Romane näher an realen Begebenheiten angelehnt, als z.B. Ian Flemings Bond-Reihe.
Nichtsdestotrotz, schreibt er Pulp. Also literarisch minderwertiges, wenn man es in den Worten eines Kultursnobs ausdrücken mag. Dies, und die exotischen Schauplätze an denen seine Werke spielen, machen wohl die Beliebtheit seiner Romane bei Filmproduzenten aus.
The Tailor of Panama", anders als z.B. Tinker Tailor Soldier Spy" schien mir jedoch handlungsmäßig, zu sehr aus der Luft gegriffen. Überhaupt sind le Carrés frühere Werke bodenständiger und beschäftigen sich mehr mit der bürokratischen Ader des Spionagewesens, wohingegen seine späteren Werke (The Tailor of Panama" wie auch The Constant Gardener")globalpolitische Themen diskutieren, und den Bodenkontakt mehr und mehr verlieren.
Geoffrey Rush ist der namensgebende (Promi-)Schneider Harry Pendel, ein Ex-Sträfling, der nach Panama geflüchtet ist, eine neue Existenz aufgebaut hat, und nun mit neuen (Geld-)Sorgen konfrontiert ist.
In diese Situation tritt Andy Osnard (Pierce Brosnan), ein strafversetzter MI6 Agent und Frauenheld, der nun, in seinen Vierzigern, aussteigen will.
Andy trifft Harry, versucht über ihn Informationen zu bekommen, die er mit Geld lukriert. Harry erfindet daraufhin ganz einfach die Informationen, die Andy gerne hören will und bezahlt seine Schulden, während Andy diese Informationen dazu nutzt seinen Exitplan zu erstellen.
Brosnan ist wie gemacht für diese Rolle, die er noch zu seiner Bondzeit bekleidete, und die er besser ausfüllt, als die des actionlastigeren Bonds. Rush spielt (wieder einmal) einen ziemlichen Vollbimbo, der tatsächlich versucht ein ganzes Land und mehrere Regierungen gegeneinander auszuspielen, nur um ein paar zehntausend Dollar an Schulden zu begleichen.
Der Film lebt vom Zusammenspiel der beiden. Und von seinem tollen Schauplatz. Panama - das Casablanca nur ohne Helden". Nach dem Rückzug der Amerikaner entstand hier ein Vakuum, und mehr noch als das persönliche Schicksal der Protagonisten thematisiert Tailor" die Machtverteilung im Postkolonialismus.
Verworren genug um spannende Unterhaltung zu liefern, aber noch verständlich genug, um als leichte Nachmittagskost an einem schwülen Sonntag zu dienen.
This review of The Tailor of Panama (2001) was written by Rainer K on 20 May 2013.
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