Review of The Sunset Limited (2011) by Amber S — 25 Jul 2013
Ein Kammerschauspiel auf der großen Leinwand hat oft etwas Erhebendes. Filme wie Roman Polanskis Carnage oder Mike Nichols Who's Afraid of Virginia Woolf? nutzen die räumliche Enge genial um etwas Größeres zu erschaffen. Theaterstücke auf die Leinwand zu bringen birgt aber auch immer ein gewisses Risiko.
Genug mittelmäßige Regisseure scheitern daran, genuin Filmisches ins Stück zu bringen und begnügen sich mit dem Abfilmen eines Theaterstücks mit wechselnden Kameraperspektiven. Viel Zeit und Geld könnte gespart werden, indem man solche Projekte ganz einfach im Keim erstickt.
Nichts gegen Tommy Lee Jones oder Samuel L. Jackson, aber The Sunset Limited ist eines dieser Projekte. Ich schätze HBO musste ein wenig Sendezeit füllen und hatte noch ein paar Millionen übrig (lächerlich Millionenbeträge auf solch einen Film zu verwenden), engagierte zwei prominente Schauspieler und ließ deren Magie walten.
Verwunderlich ist nur, dass sich Cormac McCarthy überreden ließ sein Stück für eine Fernsehfilmadaption umzuarbeiten - aber auch da spielte wohl Geld eine Rolle.
Was folgt sind 90 Minuten philosophischer Diskussion zwischen TLJ und SLJ - das mag interessant klingen, ist es aber nicht.
Über kurz oder lang erschöpft sich nämlich diese Gegenüberstellung eines spirituellen Proletariers und eines suizidalen Intellektuellen. Die Wohnung von Black (SLJ), in der das Ganze stattfindet hat den Charme eines Filmsets, das auf dreckig getrimmt ist (digital gefilmt ist der Streifen natürlich auch, was den Fake"-Effekt noch verstärkt) und den Diskussionen kann, und will, man irgendwann ganz einfach nicht mehr folgen.
Die Schauspieler sind natürlich beide großartig, und das Stück ist wahrscheinlich durchaus interessant, ich würde aber bevorzugen mir das auf der Bühne anzusehen, anstatt über Kabel-TV.
This review of The Sunset Limited (2011) was written by Amber S on 25 Jul 2013.
The Sunset Limited has generally received very positive reviews.
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