Review of The Illusionist (2009) by Francesco G — 17 Jun 2013
Ich bin zwar noch am Anfang meiner Reise durch Jacques Tatis Werk, aber sogar mein Wissen reicht aus, um zu erkennen, dass Sylvain Chomet die perfekte und offensichtliche Wahl als Regisseur für L'Illusioniste war.
Chomets Stil, wie auch Tatis, beschränkt sich auf wenig Dialog aber umso mehr gestischen Ausdruck und Physiognomik. So ist auch dieser Film beinahe ein Stummfilm, mit toller Musikuntermalung, und hin und wieder ein paar Brocken Kauderwelsch als Dialog.
Warum vergleiche ich den Film andauernd mit Tati? Tati verfasste eine Art Brief an seine Tochter, die er in den Fünfzigerjahren etwas vernachlässigte, und aus diesem Brief ist das Skript zu L'Illusioniste entstanden.
Deshalb ist der Hauptcharakter des Films auch sehr an Tati bzw. dessen Alter Ego Monsieur Hulot angelehnt und das Mädchen, mit dem er im Film Freundschaft schließt repräsentiert seine Tochter.
Die Animation ist wunderschön. Chomets Stil ist klassisch aber doch expressiv, sein Charakterdesign ist manchmal verstörend, doch die beiden Protagonisten trifft er perfekt.
Sein Stil passt auch sehr gut zum tragischen, herzzerreißenden Verlauf der Story. Der Zauberer Tatischeff, in seiner Heimat erfolglos, findet eine neue Heimat in Edinburgh und hält sich dort mehr schlecht als recht über Wasser. Seiner jungen Weggefährtin, die er in England unter seine Fittiche genommen hat, schlägt er jedoch keinen Wunsch ab, und so leben die beiden etwas über ihre Verhältnisse. Es kommt wie es kommen muss, und Tatischeff verarmt immer mehr, während er immer entwürdigenderen Jobs nachgeht.
Die Geschichte ist simpel, sie ist auch nicht weltbewegend neu, aber die Umsetzung ist Klasse und die persönliche Note gibt dem ganzen noch zusätzliche Tragik. Empfehlenswert auf jeden Fall!
This review of The Illusionist (2009) was written by Francesco G on 17 Jun 2013.
The Illusionist has generally received very positive reviews.
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