Cinafilm has over 5 million movie reviews and counting …
Sitemap
Search

Last updated: 26 Jun 2026 at 19:11 UTC

Back to movie details

Review of by Rainer K — 25 Jun 2013

Share
Tweet

Was den Namen Steinbeck trägt meide ich eigentlich wie die Pest. Die meisten klassischen amerikanischen Autoren mit ihren klassischen amerikanischen Themen interessieren mich einen Gugelhupf. Aber was tut man nicht alles fürs Studium, und wie schön ist es manchmal überrascht zu werden wenn man über seinen Schatten springt.

Film ist nunmal ein anderes Medium als ein Roman und was John Ford hier präsentiert kommt nicht nur überraschend, sondern auch gekonnt.

Gregg Toland war der Mann an der Kamera. Das ist der gleiche Herr, der durch Citizen Kane Weltruhm erlangte und den Deep Focus-Hype auslöste. Seine Fertigkeiten zeigt er auch hier, und erstaunlich oft kann man auch schon in The Grapes of Wrath Deep Focus erkennen.

Toland und Ford schaffen es auf geniale Weise poetische Bilder zu erzeugen, teils fast expressionistisch spielen sie mit Schatten und Silhouetten und geben dem Film einen unvergleichbaren Look. Die karge Armut rückt oft fast in den Hintergrund angesichts der genialen Kameraeinstellungen und mise-en-scène Entscheidungen.

Die visuelle Poesie wird stimmig von poetischen Dialogen begleitet. Vieles scheint mir direkt von Steinbeck übernommen, und auch wenn ich teilweise bezweifle, dass Farmer aus Oklahoma so sprechen, ist es doch ein Ohrenschmaus.

Der Film weiß jedoch nicht nur durch Dialoge und malerische Bilder zu überzeugen. Die Thematik ist eigentlich der Hauptgrund warum The Grapes of Wrath ein perfektes Rating abstaubt.

Gerade von John Ford hätte ich nie ein sozialkritisches Drama mit stark linken Tendenzen erwartet. Die Thematik ist bis heute aktuell - wie sehr muss sich die arbeitende Bevölkerung gefallen lassen gegeneinander am Arbeitsmarkt ausgespielt zu werden. In der Great Depression nahm dieser Kampf natürlich ganz andere Maßstäbe an als heute.

Das Endergebnis ist ein tragisches, herzzerreißendes und charakterbetontes Drama auf Weltniveau.

Henry Fonda ankert den Film als Tom Joad, ein Mann, der nach einem Mord aus dem Gefängnis zurückkehrt, nur um seine Heimat verloren vorzufinden - seine Familie hat ihre Farm verloren und muss nach Kalifornien auswandern. Tom wirkt nicht wie ein gefährlicher Mann, beweist aber zwei, drei Mal seine Gewalt und seinen Willen für seine Überzeugungen zu kämpfen.

Jane Darwell, damals mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin geehrt, überzeugt als Toms Mutter, die die Familie zusammenhält.

Ebenso erwähnenswert ist ein enorm wandlungsfähiger John Carradine, den ich über die Fortdauer des Films nicht erkannt hatte. Er spielt den ehemaligen Pfarrer der Gemeinde in Oklahoma, der die Joads begleitet auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt (den er im Sozialismus finden sollte).

Was zeichnet den Film also aus: ein geniales Drehbuch samt großartiger Dialoge, geile Kameraeinstellungen zu Hauf, gute schauspielerische Leistungen und ein knackiges Sozialdrama, dass sich erst nach einiger Zeit als politisches Drama zu erkennen gibt.

This review of The Grapes of Wrath (1940) was written by on 25 Jun 2013.

The Grapes of Wrath has generally received very positive reviews.

Was this review helpful?

Yes
No

More Reviews of The Grapes of Wrath

More reviews of this movie

Reviews of Similar Movies

More Reviews

Share This Page

Share
Tweet

Popular Movies Right Now

Movies You Viewed Recently

Get social with CinafilmFollow us for reviews of the latest moviesCinafilm - TwitterCinafilm - PinterestCinafilm - RSS