Review of Shadow of a Doubt (1943) by Rainer K — 15 Apr 2013
Alfred Hitchcock hat sich in seiner illustren Karriere bekanntlich darauf spezialisiert den unschuldigen kleinen Mann zu zeigen, der von dunklen Mächten gejagt wird. Zu Unrecht oder aus Verwechslung werden Average Joes in verzwickte Situationen gebracht und nebenher läuft eine hübsche Blondine die ebenfalls auf die eine oder andere Weise in diese Sache verwickelt ist.
Shadow of a Doubt" ist eine Umkehr dieser Situation. Joseph Cotten spielt zwar den archetypischen Jedermann (Mit Bravour möchte ich sagen. Er eignet sich für die Rolle meiner Meinung nach ebenso gut wie Jimmy Stewart), von Anfang an, ist es aber ziemlich klar, dass er in diesem Fall keineswegs unschuldig ist. Hier möchte ich ein kleines Stück Kritik anbringen. Hätte Hitchcock den Zuseher länger im Unklaren gelassen, ob der Antriebe und Motive von Cottens Charakter, hätte dies den Film wohl noch vielschichtiger gestaltet.
So reist der vermeintlich etwas zu verbergen habende Onkel Charly nach Kalifornien zur Familie seiner Schwester und seiner nach ihm benannten Nichte (Teresa Wright, ein echtes Sweetheart" wie es im Buche steht). Deren Bewunderung für den erfolgreichen Onkel muss jedoch einen Rückschlag hinnehmen, als sie ihm langsam auf die Schliche kommt, und ihn als erste und einzige der Familie durchschaut.
Immer tiefer und dunkler eröffnen sich die Abgründe in Onkel Charlys Seele und er ist anscheinend sogar bereit über Leichen zu gehen.
Der Film ist über weite Strecken mysteriös und auch die Suspense" kommt natürlich nicht zu kurz. Hitchcock sagte mehrere Male, dass dies sein bester Film sei. Dem kann ich nicht zustimmen, aber es ist auf jeden Fall ein großartiges Beispiel für seine Wandelbarkeit innerhalb des Suspense-Genres und sein Händchen für Nuancierung.
This review of Shadow of a Doubt (1943) was written by Rainer K on 15 Apr 2013.
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