Review of The Reluctant Fundamentalist (2013) by Rainer K — 05 Aug 2013
Hohe Erwartungen in einen Film mitzubringen, der bei mehreren Festivals nur mit gemischten Reaktionen davon gekommen ist, ist eine gefährliche Sache. Ambitionen und große, wichtige Themen sind eine gute Sache aber manchmal denke ich mir, dass so mancher Regisseur, der zwischen Arthaus und Kommerz gefangen ist, nicht mehr wirklich weiß was er mit seinen Ideen anfangen soll.
Mira Nair ist hier ein gutes Beispiel. Mit einem soliden Budget und einer tollen Buchvorlage konfrontiert, konstruiert sie einen Film, der zwar gut ist, aber so viel besser hätte sein können. Wie auch Rahmin Bahranis At Any Price wirkt The Reluctant Fundamentalist zu oft, zu sehr wie ein TV-Projekt, das für leichte Unterhaltung konzipiert war. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich die Regisseure in beiden Fällen, dem Hollywoodprinzip untergeordnet haben, und recht humorlos eine Geschichte erzählen - ohne viel Charme oder Esprit.
Das Ergebnis sind gute" Filme, aber keine großartigen". Es sind solche Filme, die man nach zwei Wochen wieder vergessen hat.
Länger in Erinnerung bleibt aber Riz Ahmed. Der britische Schauspieler verkörpert den Protagonisten Changez, einen aufstrebenden Pakistani, der in Amerika studiert und nun den Einstieg in eine große Consultingfirma schafft. Just in dem Moment wo er sich am Gipfel zu befinden scheint, ereignen sich die Terroranschläge von 9/11 und seine Welt bricht zusammen.
Dramatisch und bedrückend zeigt Nair wie Changez' Welt von Vorurteilen und Fremdenhass zerfressen wird. Er trennt sich von seiner Freundin, verliert seinen Job, und kehrt, um endlich Ruhe zu haben, mit seiner Familie nach Pakistan zurück.
Dort ist es auch, wo die Rahmenhandlung des Films stattfindet - Changez wird von einem amerikanischen Journalisten interviewt - denn ein amerikanischer Professor ist gekidnappt worden und Changez zählt zu den Verdächtigen.
In dieser Rahmenhandlung offenbaren sich die Schwächen des Skripts am augenscheinlichsten. Schon allein, die Idee solch eines Interviews ist in der heutigen Kinolandschaft überstrapaziert, aber die zwei, drei Twists am Ende, die zur Eskalation führen, lassen dann schlussendlich wirklich zu wünschen übrig.
Großes Potenzial weggeworfen! Das ist The Reluctant Fundamentalist. Trotzdem, noch immer ein guter Film.
This review of The Reluctant Fundamentalist (2013) was written by Rainer K on 05 Aug 2013.
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