Review of The Rabbi's Cat (2011) by Kimberly J — 16 May 2013
Die europäische Animationsszene beweist einmal mehr wie sehr sie der amerikanischen überlegen ist.
Technischer Firlefanz Hin oder Her, das amerikanische Popcornspektakel mit seinen farblosen Helden und immer gleichen Plots findet seinen Meister in Le Chat du Rabbin".
Ich denke, Le Chat du Rabbin" ist auch ein guter Kinderfilm, auch wenn gemordet und philosophiert wird, die rasanten Actionszenen eines Dreamworksfilms sind da auch nicht nervenschonender. Vor allem aber ist Le Chat" weitaus bekömmlicher für alle erwachsenen Kinogänger.
Ein kurzer Umriss, um was es geht. Eine Katze im Algier der 20er Jahre frisst einen Papagei und kann daraufhin sprechen. Ihr Besitzer ist Rabbi der kleinen jüdischen Gemeinde in Algier und bekommt eine Lieferung an Gebetsbüchern der verfolgten Ashkenazi aus Russland. In ihr befindet sich auch ein russisch-jüdischer Maler. Mit Hilfe eines anderen in Algier ansässigen Russen, eines zaristischen Aristokraten im Exil, machen sie sich auf eine Expedition zum sagenumwobenen Neuen Jerusalem" irgendwo in der Wüste Äthiopiens, wo alle Völker in Einklang Leben, ohne Rassismus und Diskriminierung.
In einem alten Halbkettenfahrzeug des reichen Russen, gabeln sie zunächst noch den Imam-Cousin des Rabbis und dessen Esel auf und machen sich auf den Weg. Dieser Weg bietet viele Abenteuer und gefährliche Begegnungen (u.a. mit mordslustigen Tuareg) und eine geniale Cameo von Tim und Struppi.
Eine Ansammlung so vieler Konfessionen kann aber auch nur bedeuten, dass über Gott und die Welt philosophiert wird - und das tun sie - ausgiebig.
Dass es nie langweilig wird, verdankt der Film wohl seinen wohlgezeichneten Charakteren. Viele Animationsfilme würden den Fehler begehen sich schon nach kurzer Zeit ins Abenteuer zu stürzen, wohingegen Le Chat" die erste Hälfte des Films in Algier verbringt und dort seine Charaktere entwickelt. Dabei lernen wir auch die Tochter des Rabbis und seinen Cousin Malka kennen, die leider später total irrelevant werden. Der Film schreit geradezu nach noch mehr Abenteuern und einer Fortsetzung (man darf befürchten, dass es nie soweit kommen wird).
Zuletzt, zum Animationsstil. Soweit ich das beurteilen kann, war der Film handgezeichnet. Nicht im Stile Disneys jedoch, sondern etwas eigenwillig, im Stile von Sfars Graphic Novels. Wie auch immer, eine religions- und gesellschaftskritische Satire, die mit einer Katze als Katalysator arbeitet, der fast alles erlaubt ist zu sagen kann auch ohne atemberaubende Animation auskommen.
This review of The Rabbi's Cat (2011) was written by Kimberly J on 16 May 2013.
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