Review of That Obscure Object of Desire (1977) by Rainer K — 22 Jul 2013
Dieser letzte Puzzlestein im Oeuvre des großen spanischen Meisters Luis Bunuel führt einiges weiter was ich bisher von ihm gesehen hab.
Es ist ein weiteres Statement zur lächerlichen Perversion des Bürgertums, ein Bericht über Frauenbilder und Emanzipation - und doch, wenn ich nicht mit Bunuels Ansichten bereits vertraut wäre, hätte ich Mühe den Film zu dechiffrieren.
Der Mann ist üblicherweise kein Freund des subtilen. Wenn immer Bunuel eine Message anbringen will, tut er das offensichtlich, mit Humor und Ironie zwar, aber mit ausreichend Nacktheit und Kühnheit um ja keine Zweifel aufkommen zu lassen.
In Objet, ist es etwas anders. Recht subtil, zumindest für seine Verhältnisse, bindet er seine Kritik in einen stärkeren narrativen Rahmen und verschleiert gewissermaßen seine Aussagen. Solch eine Vorgehensweise wäre prinzipiell zu befürworten, bei Bunuel - dem Meister der brachialen Ironie, der Meisterwerk um Meisterwerk der lächerlichen Preisgabe einer ganzen Gesellschaftsschicht hervorbrachte wirkt dies ganz einfach falsch. Zugegeben, der Film ist oft genug ironisch, ja sogar lustig, aber das Endergebnis ist zu schwammig - ich muss ehrlich zugeben, seine Argumentationslinie nicht ganz nachvollziehen zu können. Ich kann mir vorstellen auf was er hinauswill, aber ich wage zu behaupten, dass das Thema der unerfüllten Begierde alle anderen Nuancen überdeckt, und das war sicher nicht Bunuels Ziel.
Rein filmisch ist Objet, wie fast alle Filme Bunuels, ein Beispiel dafür, wie man auch ohne große handwerklich-filmische Fähigkeiten, kleinen Budgets und mittelmäßiger Ästhetik zu Weltruhm gelangen kann - Objet reiht sich in die lange Liste der underproduced" Filme von Bunuel ein.
Nicht das würdigste Spätwerk eines alten Meisters, aber dennoch einen Blick wert.
This review of That Obscure Object of Desire (1977) was written by Rainer K on 22 Jul 2013.
That Obscure Object of Desire has generally received very positive reviews.
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