Review of Man on Wire (2008) by Rainer K — 05 May 2013
Dokumentarfilme sind immer so eine Sache. Viel mehr als Spielfilme sind sie oft von Tagesaktualität betroffen und selbst einige großartige Werke haben mittlerweile ihren Biss verloren. Die meisten geraten bereits nach wenigen Jahren in Vergessenheit und verlieren an Relevanz.
Bei James Marshs Man on Wire" hatte ich andere Erwartungen. Immerhin erzählt der Film die Geschichte von Philippe Petits Gang über ein Drahtseil, gespannt zwischen den Twin Towers. Ein Dokumentarfilm über ein historisches Ereignis (es fand 1974 statt), sollte demnach über den Zahn der Zeit erhaben sein und nach fünf Jahren noch den gleichen Effekt erzielen wie in seinem Erscheinungsjahr.
Nun ja, wahrscheinlich war der Film bereits 2008 etwas... langatmig. Hochgepriesene Dokumentarfilme sind meist nicht bloß (oder in den seltensten Fällen eigentlich, wie in den Dokus von Michael Moore) wegen ihres Inhalts interessant, sondern wegen ihrer technischen Brillanz oder künstlerischen Innovation.
Eine Mischung aus Interviews, nachgespielten Schwarzweißszenen, noch mehr Interviews und spärlicher historischer Aufnahmen können kaum zu diesen Punkten gezählt werden.
Man on Wire" war demnach für mich auf dieser Ebene eine ziemliche Enttäuschung. Dieser Film war so gewöhnlich wie jede andere Doku, und das Format erinnerte an BBC oder n-tv Reportagen.
Weiters wirkte der Inhalt auf mich nicht sonderlich interessant. Zumindest nicht auf die Weise, auf die er hier präsentiert wurde. Natürlich ist Petits Geschichte eine sensationelle Story, aber um sie zu erzählen hätten zehn Minuten gereicht - so wird versucht künstlich Spannung zu erzeugen, ohne jedoch damit großartig erfolgreich zu sein.
This review of Man on Wire (2008) was written by Rainer K on 05 May 2013.
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