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Review of by Rainer K — 09 Jul 2013

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Um es in den Worten von Honest Trailers" auszudrücken: See how George Lucas and Steven Spielberg take a dump on their own legacy!".

Aber jetzt mal ehrlich, so schlimm ist der Film auch wieder nicht.

Vielleicht habe ich den Vorteil den Film ganz ohne Nostalgieverklärung betrachten zu können - noch dazu direkt im Anschluss an die anderen.

Lucas und Spielberg scheinen einerseits mit viel Liebe an die Sache herangegangen zu sein, andererseits wirkt der Film unbeschreiblich faul und sloppy".

Lob muss ich aussprechen für die vielen verschiedenen Anspielungen auf die früheren Teile und die Weiterführung von Erzählsträngen und Inside Jokes von vor zwanzig Jahren. Die Actionsequenzen sind noch immer Spitze bzw. der Film ist zumindest spannend wie eh und je.

So, jetzt die großen Abers": Kingdom ist ein schönes Beispiel für den Unterschied zwischen Film- und digitalem Bild. Überhaupt wenn man versucht digitale Bilder auf alt zu trimmen sieht das einfach zu oft nach Instagram aus, und zu selten nach alt" - Filmemacher sollten endlich verstehen dass Sepiafilter nicht einfach alles alt aussehen lassen. Die ewige Schwäche der Franchise, das Feeling vergangener Epochen nicht wiederbeleben zu können kehrt ebenfalls wieder. Zwar sind es jetzt die 50er, an der Situation hat sich nicht viel geändert - Indiana Jones ist ganz einfach zu zeitlos, und wenn man seine Umgebungen und Hilfsmittel nicht richtig zurechtmacht wirkt das Ganze viel zu gegenwärtig. In den 50ern gab es naturgemäß auch wieder weniger Nazis, so sind es diesmal die Russen angeführt von Cate Blanchett (warum spielt die Alte eigentlich immer solche exotischen Europäer?!?), die an Indys Artefakte wollen.

Oha, da sind wir schon beim wichtigsten Plotpunkt - was muss diesmal gefunden werden, wieder etwas mythisches aus längst vergangenen Tagen, oder vielleicht ein religiöser Kult, der seine Götter mit Menschenopfern und -herzen besänftigt, nein, weit gefehlt, ein mysteriöser Alienschädel, der den Zugang zu Eldorado ermöglicht, das eine antike mittelamerikanische Kultur erbaut hat.

Genau, what the fuck?" Lieber George, lieber Steven, warum zum Teufel Aliens? Gibt es nicht genug Mythen auf dieser Welt um noch tausend Indiana Jones Filme zu drehen. Warum nicht einfach Eldorado ohne Aliens, wie einfallslos ist George Lucas geworden, dass er Aliens mit Exoskeletten aus Kristall zum Gral" auserkürt.

Alle Indiana Jones-Filme hatten Plots und Geheimnisse die bei näherem Ansehen geradezu lächerlich waren, aber Kingdom toppt alles. Dieser Punkt regt mich so auf, dass ich darüber nicht mehr hinwegsehen kann, egal wie spannend das Ergebnis ist.

Punkt Zwei, der mir vollkommen unverständlich ist, ist die Verwendung von CGI und CGI und CGI. Indiana Jones war die Franchise der großartigen praktischen, analogen Effekte. Kingdom of the Crystal Skull - not so much! Einfach alles wird mit CGI dargestellt, sogar die Verfolgungsjagden, das Herzstück der Franchise wird heftig mit Computer bearbeitet, das großartige Stuntwork der vergangenen Filme verblasst zum Hintergrundprodukt.

Was sich Spielberg dabei gedacht hat ist mir ein Rätsel - noch dazu, sind die Effekte nicht einmal gut, das CGI ist locker fünf Jahre hinter dem Standard von 2008 zurück. Im Vergleich zu Transformers von 2007 z.B. (so sehr ich Transformers auch verachte...) sieht Kingdom aus wie ein Studentenfilm.

Apropos Transformers, Punkt Drei auf meiner Liste der größten Sünden von Kingdom: Shia LaBeouf. LaBeouf hat in seiner gesamten Karriere noch in keinem einzigen guten Film mitgespielt, Kingdom zählt sogar noch zu seinen besseren aber LaBeouf ist kein Grund dafür. Ganz im Gegenteil, seine schiere Präsenz ist schon schlimm genug, aber er wird noch dazu als Rebell im James-Dean-Style präsentiert, und da wird es schon wieder lächerlich. Er kann nicht schauspielern, ist als Actionheld total unglaubwürdig und eine echte Schande für die Jones-Familie.

Nebenbei bemerkt fand ich auch John Hurts Charakter Ox" äußerst überflüßig, und auch Ray Winstones Mac" braucht wohl kein Schwein. Die Gruppe die Indiana auf seiner Reise begleitet ist mit bis zu fünf Mann einfach zu groß.

Die Chemie zwischen LaBeouf und Ford kann die Höhen des Duos Connery/Ford nie erreichen, gleichzeitig wirkt der Film oft genauso düster wie Temple of Doom, ohne jedoch diese Linie bis zum Ende durchzuziehen.

Ich muss zugeben ich war vom Ende gerührt, deshalb gibt es dafür keine weiteren Abzüge, auch wenn das wohl das Schmalzigste war, dass ich seit einigen Jahren gesehen hab.

Als Film an sich ist Kingdom of the Crystal Skull nicht schlechter als viele andere Blockbuster die uns Sommer für Sommer heimsuchen - als Teil der Indiana Jones-Franchise ist er leider ein Reinfall.

This review of Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008) was written by on 09 Jul 2013.

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull has generally received mixed reviews.

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