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Review of by Rainer K — 17 Jun 2013

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Gone with the Wind gehört ohne Zweifel zu den ambitioniertesten Filmprojekten, die je realisiert wurden. Für mich gehört dieser Klassiker aller Klassiker in eine Kategorie mit Ben-Hur und der Lord-of-the-Rings-Trilogie von Peter Jackson. Alle, gigantische Projekte mit Liebe zum Detail.

Gone with the Wind zeichnet sich im Gegensatz zum epischen Plot und den beeindruckenden Sets Ben-Hurs oder den großen Landschaften und imaginativen Designs in Lord of the Rings, durch viel Persönlicheres aus - seine Charaktere.

Scarlett O'Hara und Rhett Butler sind schon längst in die Popkultur eingegangen, und mit ihnen ihre unvergesslichen Dialoge. Zwar sind die Charaktere gut geschrieben und einigermaßen leicht mit Leben auszufüllen, doch gebührt den Schauspielern die größte Wertschätzung - sie sind es, die Gone with the Wind von vergleichbaren Filmen abheben.

Und wer da aller mitspielt: Vivien Leigh als Scarlett ist eine typische Southern Belle (heute würde man Bitch dazu sagen), doch sie ist auch stur und zielstrebig, was in ihrer Zeit für eine Frau höchst ungewöhnlich ist. Umso schlimmer, und das wäre z.B. einer meiner Kritikpunkte, dass sie mit Fortdauer des Films wieder zum braven Püppchen und Hausfrauchen verkommt.

Ihr gegenüber spielt Clark Gable den Rhett Butler, einen Maverick wie er im Buche steht. Er ist kühn, charismatisch, smart und durch und durch verkommen. Die Rolle des Rhett ist wohl mit Abstand die interessanteste, und als psychologisch motivierter Charakter, ist er wohl am schillerndsten.

Überrascht war ich von Olivia de Havilland, die erstens Mut zur Hässlichkeit zeigt (an mehreren Stellen im Film ist sie kränklich und überarbeitet, und zweitens mit Fortdauer des Films immer wichtiger und gewichtiger wird.

Weiters, überzeugt auch Hattie McDaniel als schwarze Haushälterin. Sie ist wohl die Ahnin aller bösen schwarzen Mommas", und brilliert richtiggehend, ohne jedoch zu stark in rassistische Stereotypen zu verfallen.

Höchst selten auch, überhaupt für heutige Verhältnisse, dass sich ein Film so viel Zeit nimmt, kontinuierlich, langsam aber stetig, seine Geschichte zu erzählen (letztes Jahr war das z.B. auch im Hobbit zu beobachten, aber sonst findet sich wenig vergleichbares). Gone with the Wind arbeitet sehr methodisch seine plot points ab, vergisst dabei aber keineswegs auf Charakterentwicklung und mitreißende (Action-) Sequenzen.

Wobei richtige Action im Film eigentlich kaum zu finden ist. Für die visuellen Reize sorgen üppige Sets von Südstaatenplantagen und wunderschöne Kleider (die Kostümausstatter haben hier wahre Arbeit geleistet, auch wenn ich mich frage wie man sich in solchen Monstrümern bewegen kann).

Gone with the Wind ist was es ist. Ein epischer Monumentalfilm, melodramatisch und ahistorisch, tragisch und überirdisch groß (ein sweeping epic"). Es folgt eigentlich der gleichen Handlung wie The Birth of a Nation, nur ohne den krassen Rassismus. Das Ende des Old South ist anscheinend für die Bewohner der ehemaligen Südstaaten ein berührendes Thema, aber es funktioniert auch ohne große emotionale Bindung zum Sujet. Lustiger Weise, ist der amerikanische Bürgerkrieg wohl auch der einzige Krieg, wo die Verliererseite, die größeren und vielleicht sogar besseren Geschichten hervorgebracht hat. Aber diese Überlegung nur am Rande.

Eigentlich ist dieses verklärte Bild des Südens, der an seiner eigenen gesellschaftlichen Struktur zu Grunde geht, nicht viel anders als das so vieler anderer feudaler Herrschaftsformen, die nach und nach vom Erdboden verschwanden. Darin liegt wahrscheinlich auch der Charme dieser Geschichten, die edlen Ritter ihrem sicheren Untergang entgegen reiten zu sehen.

Eine weitere Überlegung, die ich an dieser Stelle anbringen will, ist jene, dass der Film zwar groß ist, aber eigentlich bloß die Geschichte einer jungen Frau nacherzählt. Es geht um Scarlett, mehr als dass es um den Untergang der Konföderation geht. Es geht um Scarletts Leiden hinter der Front, mehr als dass es um den Krieg geht. Es geht um die wirtschaftlichen Verhältnisse im Süden der Rezession, mehr als dass es um die großen politischen Umbrüche der Zeit geht.

Es geht um Scarlett, und die Menschen um sie herum, die sterben wie die Fliegen.

This review of Gone with the Wind (1939) was written by on 17 Jun 2013.

Gone with the Wind has generally received very positive reviews.

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