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Review of by Rainer K — 18 Jul 2013

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Seit der Premiere von At Any Price beim Toronto International Film Festival, hatte es einen Platz ziemlich weit oben auf meiner Liste inne. Die ersten Kritiken waren gut aber nicht überwältigend, der Trailer war ziemlich cool, aber nichts davon hielt mich ab, noch immer eine Art Obsession für den Film zu entwickeln.

Und das obwohl Zac Efron, meiner auserkorener Erzfeind mitwirkt. Nicht nur, dass ich von seinen Schauspielkünsten nicht überzeugt bin (im Nachhinein, war er aber sogar ganz gut), er sieht auch nicht wirklich aus wie ein Farmersohn aus Iowa - und auch nicht wie der Sohn von Dennis Quaid.

Quaid hingegen ist perfekt gecastet. Er hat mittlerweile genug Falten um den wettergegerbten, abgekämpften Farmer aus dem Mittleren Westen zu spielen. Sein falsches Lächeln erinnert an ein Politikerwahlplakat und sein ganzes Auftreten ist das eines schmierigen Typen, genau so eines Typen, wie er einen verkörpert.

Henry Whipple ist Saatguthändler in Iowa. Er ist erfolgreich, aber ohne Anstand und Skrupel. Er verkörpert die pervertierte Version des amerikanischen Traums: ein Heuchler, Sozialdarwinist und Egoist, der seine schlechten Eigenschaften unter einer Fassade aus Religiosität, Anstand, Loyalität und Unternehmertum verbirgt - kurz, er ist ein schlechter Mensch.

Im Englischen gibt es das schöne Wort hypocrite" für Menschen wie ihn, und ich mag hypocrites" als Filmcharaktere - die regen mich immer so schön auf.

Die treibende Kraft des Films ist Henrys Beziehung zu seinen Söhnen. Der ältere, Grant, Quarterback bei Iowa State, ist nach Argentinien geflohen", wo er nun den Aconcagua besteigen will, der jüngere, Dean, will NASCAR-Fahrer werden, ist im Moment aber noch in einer kleineren Stock Car Liga unterwegs.

Keiner der beiden Söhne scheint Interesse an der Weiterführung der Farm zu haben, was ihrem Vater so gar nicht passt (unter dem Mantel des Schlagworts Familie will er einfach reich und immer reicher und immer mächtiger werden, und wenn möglich, eher früher als später die Farm weitergeben und sich auf seinen Lorbeeren ausruhen).

Henry ist ein schmieriger unsympathischer Typ und so sind wir anfangs nicht überrascht, dass Dean eine Abneigung gegen ihn hegt. Dean wirkt ruhig, freundlich und gleichzeitig gefangen im Farmleben - nur bei seinen Rennen blüht er auf.

Als er schließlich seine Chance bekommt in einer höheren Liga Fuß zu fassen, erkennt er, dass er doch nicht das Zeug zum Motorsportprofi hat und fällt in ein tiefes Loch - es zeigt sich, dass Dean sehr viel mehr mit seinem Vater gemein hat als ihm lieb ist, und deren Charaktereigenschaften scheinen sich auszutauschen. Dean wird mehr und mehr unsympathisch während Henry etwas an Mitgefühl verdient (richtig sympathisch wird er jedoch nie).

Nicht nur privat ist das Leben der Whipples im Moment turbulent, Henry wurde der Saatgutreinigung bezichtigt (ein Verfahren, das bei genmodifiziertem Saatgut verboten ist, damit die Firmen, die jahrelange ihre Wissenschaftler bezahlt haben, auch ordentlich daran verdienen), und nun tummeln sich am Anwesen Inspektoren der Saatgutfirma.

Ein interessantes Thema, das Bahrani hier effektiv aufarbeitet, wobei der Fokus nie allzu sehr vom Menschlichen auf Zahlen und Gesetze abgleitet. Ich hatte das Gefühl, Bahrani wollte das Schicksal und die Probleme eines einfachen Farmers im Mittleren Westen zeigen, in einer Zeit, in der durch technologischen Fortschritt eigentlich alles simpler sein sollte. Bahrani bewegt sich hier auf den Spuren der großen amerikanischen Geschichtenerzähler, die sich immer wieder Mal dieses Sujets bedient haben.

Nur das Bahrani auch kein billiges Klischee auslässt - in knapp hundert Minuten verpackt er die dramatischen Wendepunkte von zwei Staffeln einer durchschnittlichen Teenie-Fernsehserie. Sein Ziel, die einfachen Probleme einer einfachen Familie darzustellen, schlug somit fehl. Summiert ergeben diese einfachen Probleme nämlich ein komplexes Netz aus Verstrickungen, das dann durch vergleichsweise simple Entscheidungen gelöst wird.

Ich denke er hatte auch Probleme sein Material auf eine annehmbare Länge zu reduzieren. Ich wäre nicht überrascht wenn At Any Price ursprünglich als Drei-Stunden-Epos konzipiert war - das würde auch die teils doch sehr unzusammenhängenden Episoden innerhalb des Films, und die Sprünge zwischen einzelnen Erzählsträngen erklären.

Immer wieder tauchen auch Charaktere auf, die nur unzureichend eingeführt werden, Heather Grahams Meredith zum Beispiel, die eine Affäre mit Vater und Sohn hat, was allerdings nie wirklich thematisiert wird.

Long story short, der Film wirkt an manchen Stellen unabgeschlossen - Schade eigentlich, weil sowohl die privaten Konflikte als auch das übergeordnete Saatgutthema, Stoff für einen neuen amerikanischen Klassiker hätten bieten können. In dieser Form, muss man sich mit einem gut gemachten Drama begnügen, dass von ein paar starken Schauspielern und einer ambitionierten Idee zusammengehalten wird.

Dass es im Endeffekt dann zu überambitioniert ist, hab ich bereits erwähnt. Eigentlich sogar in zweierlei Hinsicht: Nicht nur der Plot leidet an übermäßigen Verstrickungen, auch ästhetisch wirkt der Film öfters an zu viel Pathos. Manche Einstellungen wirken wie für oder aus einem Trailer. Übermäßig stilisierte Bilder passen weder zum Sujet noch zum Schauplatz - hier muss man Bahranis Entscheidungen tatsächlich in Frage stellen.

This review of At Any Price (2012) was written by on 18 Jul 2013.

At Any Price has generally received mixed reviews.

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